Willkommen auf dem Gut Kerkow

 

 

 

GUT KERKOW

Biobetrieb  DE-ÖKO-034

Urlaub auf dem Bauernhof oder "Was die Städter vermissen"

Willkommen auf den Internetseiten des Gut Kerkow

Ich möchte Ihnen auf den folgenden Seiten einen Einblick in unser
Landleben gewähren. Dabei geht es nicht nur um Kühe und Rinder,
sondern auch um Erlebnisse in der Großen Tenne , Leckeres aus
aus dem Bauernmarkt und Möglichkeiten Ihren Urlaub hier bei
uns zu verbringen.
Desweiteren ist ein Blick auf die Geschichte von Gut Kerkow
sehr empfehlenswert!
Wir würden uns über Ihren Besuch sehr freuen.

1.Gutshaus; 2.Alter Getreidespeicher; 3.Alter Pferdestall;4.Schlachthaus
5.Offenstall; 6.Quarantänestall; 7.Tankstelle; 8.Milchviehstall
9.Kälberbereich; 10.Kuhstall 2; 11.Alter Bockstall; 12.Alter Schafstall
13. Kälberstall; 14.Werkstatt; 15.Privatgebäude; 16.Biogasanlage
17.Düngerproduktion; 18.Lagerhalle; 19.Siloanlage; 20.Getreidetrocknung
mit einem Klick auf das Gebäude , erfahren Sie mehr!

Johannes Niedeggen 22.05.1964 - 28.02.2013 †

Was bleibt ist das Licht und das Leben, das er in diese Welt brachte.

1.Gutshaus

Das Gutshaus wurde um 1900 gebaut. In den ersten Jahren nutzte es die Pächterfamilie Sieg als Wohnhaus.
Zu DDR-Zeiten ist die Verwaltung im Gutshaus eingezogen und in den oberen Etagen haben Lehrlinge und Arbeiter gewohnt.
Im Jahre 1996 wurde das Gutshaus als Pension umgebaut. Heute ist die Pension ganzjährig geöffnet und verfügt über 8
individuelle Zimmer mit insgesamt 26 Betten.


2.Alter Getreidespeicher

Der alte Getreidespeicher wurde um 1920 gebaut, um das Getreide von Gut Kerkow zu lagern. In den ersten Jahren wurde
das Getreide über eine Seilwinde, die am schwarzen Galgen oben am Gebäude befestigt war, hochgezogen und dann durch
die großen Türen, die heute blau sind, ins Gebäude gezogen. In späteren Jahren wurde das Getreide in den Etagen mittels
eines Gebläses transportiert. Im Jahre 1997 wurde im Erdgeschoss der Bauernmarkt eingerichtet. Im Jahr 1999 wurde die
Direktvermarktung mit der Gaststätte "Speicherstube " in der ersten Etage begonnen und dem Veranstaltungsraum "Tenne"
in der 2. Etage ergänzt.

3.Alter Pferdestall

Dieser Stall wurde um 1900 für die 24 Pferdegespanne des Gut Kerkow gebaut. Um 1950 wurde er im Rahmen des Einsatzes
von Landmaschinen zum Kuhstall umgebaut. Im Jahre 1999 haben wir die alten, fast zusammengefallenen Gebäude, zur
Fleischerei umgebaut. Hier wird die Wurst produziert, geräuchert und gereift!

4.Schlachtung

Hier wurden im Jahre 2003 die "Registrierte Schlachtstätte" mit Wildanannahme gebaut. Am Montag ist bei uns Schlachttag.
An diesem Tag werden 2 Rinder und 2 Schweine vom Gut Kerkow geschlachtet, um dann zu Qualitätsprodukten
verarbeitet zu werden . Die Wildannahme nimmt Wild von Jägern aus der Region an, um das Wild dann unter der
Marke "Roter Keiler" zu vermarkten. Leider ist die Vermarktung von Wild sehr saisonal, somit wird nur bei Bedarf Wild
aufgekauft.

5.Offenstall

Dieser Stall wurde 1999 neu gebaut. Der alte Kuhstall, der an dieser Stelle schon zweimal abgebrannt war, wurde durch
diesen Offenstall ersetzt. In zwei Gruppen werden die Absetzer (Kälber und Mutterkühe) im Oktober eines jeden Jahres
aufgestallt. Bis dahin sind die im Frühjahr geborenen Kälber bei der Mutter auf der Weide großgeworden. Im Winter
geht es den Kälbern im Stall auf Grund der Witterung deutlich besser und die Kühe können sich erholen und sich auf die
Kalbung vorbereiten. Die weiblichen Rinder werden im Alter von 15 Monaten besamt und dann entweder als tragende
Zuchtfärse verkauft oder der Mutterkuhherde zur Remontierung (Ersatz alter Kühe) wieder zugeführt. Die besten 5 Bullen
werden als Deckbullen gekört und an andere Betriebe verkauft. Die Bullen und Färsen, die nicht zur Zucht geeignet sind,
werden hier im Offenstall bis zum Alter von 2 Jahren gemästet. Jede Woche wird ein "schlachtreifes" Rind in der
anschließenden Schlachtung geschlachtet und dann als Angus-Qualitätsfleisch vermarktet.

6.Quarantänestall

Hier wird 2007 ein Stall mit 10 Boxen für Zuchtbullen und die dem Betrieb zugeführten Tiere gebaut.
Die Zuchtbullen werden an andere Betriebe als Deckbullen verkauft. Die zugeführten Tiere sind zum einen Tiere,
die gekauft werden, um die Zuchtarbeit des Betriebes voranzutreiben, wie auch Tiere, die auf Schauen waren und
in den Betrieb Gut Kerkow zurückkommen.

7.Tankstelle


An dieser Stelle wird im Jahre 2007 eine öffentliche Tankstelle für Diesel und Pflanzenöl erstellt.
Das kaltgepresste Rapsöl kann von umgerüsteten Dieselfahrzeugen genutzt werden. Hierfür haben wir auf Gut Kerkow
zwei Schlepper (Trecker) für Rapsöl umgerüstet.

8.Milchviehstall

Im Milchviehstall finden insgesamt 140 Milchkühe Platz. Der Stall wurde über die Wende 1989/90 von der Treuhand
neu gebaut, nachdem der alte Kuhstall und die Scheune Ende der 80er Jahre abgebrannt sind. Im Jahre 1993 wurde
der Stall von uns den Anforderungen unserer Kühe entsprechend umgebaut. Es wurde ein neuer "8er Side by Side"
Melkstand installiert. Hierbei können auf jeder Seite 8 Kühe gleichzeitig gemolken werden. Es wird jeden Morgen
ab 04.00 Uhr und am Nachmittag um 15.30 Uhr gemolken. Wir laden Sie herzlich ein, das Melken sich zu dieser Zeit anzusehen.
Bitte folgen Sie den Anweisungen des Melkpersonals, da dies für einen reibungslosen Melkablauf und für Ihre Sicherheit
nötig ist. Unsere ca. 135 zu melkenden Kühe produzieren täglich durchschnittlich 4.000 Liter Milch. Die Frischmilch
können Sie im Bauernmarkt erwerben. Grundsätzlich wird die Milch täglich von der Molkerei Campina abgeholt
und in Prenzlau verarbeitet.

9.Kälberbereich

Die neugeborenen Kälber werden am Tag nach der Geburt von Ihren Müttern getrennt und in den Kälberiglus
untergebracht. Dies hört sich einmal sehr brutal an. Es ist auch eine Trennung von Mutter und Kind.
Wenn wir von der Kuh Milch gewinnen wollen, müssen wir dies aber tun. Wenn das Kalb so schnell von der Kuh
getrennt wird, entsteht gar keine Mutter-Kind Beziehung und es ist für die Kuh leichter. Das Kalb kann sich schnell
an die Kälberpflegerin als Mutterersatz gewöhnen. Die ersten 5 Tage erhält jedes Kalb die Milch der eigenen Mutter.
Dann kann die Milch der Kuh verkauft werden und die Kälber erhalten bis zum Alter von 3 Monaten Milch
aus Milchpulver. Im Alter von 3 Monaten fressen die Kälber ausreichend Heu, Silage und Getreide, so dass die Milch
abgesetzt werden kann. Im Kälberbereich finden insgesamt 100 Kälber Platz. Ebenfalls sind hier unsere großen Mastschweine
untergebracht. Jede Woche werden die zwei dicksten geschlachtet.

10.Kuhstall 2

In diesem Stall finden 55 Kühe und ein Deckbulle Platz. Die Kühe sind in der Regel tragend. Der Bulle ist nur für einige
Kühe"zuständig", die mit der künstlichen Besamung nicht tragend geworden sind. Unsere Kühe werden ab dem 56. Tag
nach der Kalbung besamt. Diese Besamung wird durch einen Besamungstechniker des Rinderzuchtverbandes
Berlin-Brandenburg durchgeführt. Wir setzen hierbei tiefgefrorenes Bullensperma von den weltweit besten Bullen ein.
Eine Portion von sehr gutem Bullensperma kostet ca. 60,00€. Da dieses Sperma teilweise sehr verdünnt wird,
werden manche Kühe hierbei nicht tragend und der Deckbulle muss nachhelfen.

11.Alter Bockstall

Der alte Bockstall wurde um 1900 gebaut. Hier wurden die Schafböcke aufgezogen. Vor 1945 wie auch zu DDR Zeiten
war Gut Kerkow als einer der besten Schafzuchtbetriebe bekannt. Im Jahre 1993 haben wir diesen Stall zum Teil als Schweinemaststall und als Abkalbstall umgebaut. Im Schweinemaststall werden die "Läufer" mit ca. 25 kg aufgestallt,
die schwereren Tiere werden dann umgestallt in den Kälberbereich. Im Abkalbstall bereiten sich unsere hochtragenden Rinder
in den letzten 3 Wochen vor der Abkalbung auf die anstehende Geburt vor. Dies ist eine wichtige Zeit, hier wird der Grundstein
für eine gesunde und leistungsstarke Laktation (nächstes Milchjahr ) gelegt. Die Abkalbung wird genau beobachtet
und bei Bedarf wird geholfen. Die Kuh wird innerhalb von zwei Stunden nach der Kalbung erstmalig wieder gemolken
und das Kalb erhält seine erste Milch (Biestmilch). In dieser Milch sind sehr viele Abwehrstoffe (Immunstoffe)
der Mutter, die dem Kalb helfen. Ebenfalls erhält die Kuh einen Energietrunk mit Mineralien und Vitaminen,
damit sie wieder schnell zu Kräften kommt. Diese Betreuung ist sicherlich nicht so perfekt wie im Kreißsaal, wir bemühen
uns aber, es diesem möglichst gleich zu tun.

12.Alter Schafstall

Der Alte Schafstall wurde um 1900 gebaut. Hier wurden bis 1990 die Mutterschafe über Winter gehalten. Unsere Schafe
lammen im Frühjahr und leben das ganze Jahr über auf den Wiesen im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.
Somit wurde dieser Stall 1993 als Jungrinder- und Trockensteherstall umgebaut. Es wurde ein Betonboden eingebracht
und der überdachte Futtertisch angebaut. Im Bereich mit den Fressgittern werden die Färsen im Alter von 15 Monaten besamt.
Die tragenden Färsen und trockenstehenden Kühe stehen im Sommer auf den Weiden und im Winter in diesem Stall.


13. Kälberstall

Hier ist eine Unterstellhalle für die Landmaschinen (Trecker) und ein Kälberstall für Kälber im Alter von 3 bis 15
Monaten geplant.

14.Werkstatt

In diesem flachen Wirtschaftsgebäude befindet sich unsere Werkstatt und einige Lagerräume.

15.Privatgebäude

Das weiße Gebäude auf dem Hof wird von unseren Lehrlingen bewohnt, das rote Backsteingebäude
wird als Privatwohnung genutzt.

16.Biogasanlage

Die Biogasanlage wurde im Jahre 2005 neu gebaut. Wir verstehen diese Anlage wie eine große Betonkuh,
die anstelle von Milch Strom erzeugt. Die Anlage besteht im wesentlichen aus drei Bereichen:

Im Anmischgebäude (Kuhmaul) werden im 24 Stundentakt die Futtermittel zusammengemischt. Es werden täglich
25 t Rindermist, 20 t Maissilage, 1 t Getreide mit 10 t Rindergülle und 50 t Rezirkulat (Material aus dem
Fermenter) gemischt und in den Fermenter gepumpt. Das Einmischen des Rezirkulates ist dem Wiederkauen des Rindes
nachempfunden. Die Futtermittel werden wie im Maul des Rindes zerkleinert, bei der Biogasanlage übernehmen
diese Arbeiten große Hammermühlen.

Im Fermenter (Pansen) arbeiten unsere fleißigsten Arbeiter, die Methanbakterien. Die Methanbakterien leben
bei 37 Grad Celcius und "fermentieren" die organischen Verbindungen , entsprechend dem Pansen der Kuh.
Bei dieser Zerlegung der Kohlenstoffverbindungen entsteht das gewünschte Methangas. Es handelt sich sozusagen,
um eine umgekehrte Photosynthese, die beim Pflanzenwachstum auf Feldern stattfindet. Im Fermenter werden täglich
ca. 8.000 m³ Biogas produziert. Diese 8 t Biogas enthalten ca. 55% Methangas. Aus den ca. 50 t Futtermitteln entstehen
somit neben dem Biogas noch ca. 42 t Biogasgülle. Die Biogasgülle wird in den nebenstehenden kleineren Güllelagern
zwischengelagert, um dann der Düngerproduktion zugeführt zu werden. Das Biogas wird über eine unterirdische Gasleitung
abgekühlt, hierbei wird das wassergesättigte Gas auch weitgehend getrocknet.

Im Motor (Euter) wird das Verkaufsprodukt erstellt - bei der Kuh die Milch, bei der Biogasanlage der Strom.
Der Motor besteht aus einem normalen Gasmotor (wie Benzinmotor) und einem Generator, richtig nennt man
dies ein BHKW (Blockheizkraftwerk). Hier wird das Biogas verbrannt und wird zu 40% in Strom umgewandelt.
Somit werden täglich 15 Megawatt Strom erzeugt. Dies ist der Bedarf der 10.000 Einwohner von Angermünde.
Die restlichen 60% der verbrannten Energie fallen als Wärme an und werden zum größten Teil auf Gut Kerkow genutzt.
Hierfür ist ein Nahwärmenetz gebaut worden, um alle Gebäude zu beheizen und Warmwasser zu erzeugen.
Weiterhin wird bei der Düngerproduktion wie bei der Getreidetrocknung Wärme benötigt.

17. Düngerproduktion

Im Container auf den hohen Betonwänden arbeitet der "Separator". Hier wird die Biogasgülle in eine feste
und eine flüssige Phase getrennt. Die Feststoffe werden auf der Siloanlage als Humusdünger zwischengelagert,
um im Frühjahr
und Herbst auf den Flächen von Gut Kerkow zur Bodenverbesserung ausgebracht zu werden.
Ebenfalls wird dieser wertvolle Dünger weiterverkauft. Bei Interesse im Bauernmarkt nachfragen.

Die flüssige Phase nennt sich Fugat. Das Fugat wird im großen Fugatlager zwischengelagert, dieser Behälter ist so groß,
um eine Lagerkapazität von 180 Tagen zu gewährleisten, damit über Winter die Flächen von Gut Kerkow nicht befahren
werden müssen. Das Fugat wird dann mit dem Verdampfer konzentriert und der enthaltene Stickstoff (N) in eigener Phase
gebunden. Somit erhalten wir einen Grunddünger mit Mineralstoffen Phosphor, Kali und Magnesium, der entsprechend des
Bedarfes auf den Flächen von Gut Kerkow ausgebracht wird. Der in der Biogasgülle enthaltene Ammoniakstickstoff
wird als Ammoniumschwefellösung gebunden, um dann ebenfalls entsprechend des Bedarfes den Pflanzen auf den Flächen
dargereicht zu werden. Hiermit sollen 50.000 kg Reinstickstoff "recycelt" werden, diese mussten in den früheren Jahren
als Mineraldünger zugekauft werden.

18.Lagerhalle

Die Lagerhalle wurde in den 70er Jahren in der DDR gebaut. Hier lagern unsere Futtermittel in Form von Getreide
(Mais, Roggen, Weizen), Lupinen, Rapsschrot und Mineralfutter. Der Futterfahrer beginnt hier jeden Morgen gegen
3.30 Uhr mit dem Zusammenstellen der Futterrationen für unsere Rinder. Eine Milchkuh, die 30 kg Milch am Tag produziert,
frisst dafür ca. 25 kg Maissilage, 10 kg Futterroggen, 10 kg Getreide-/Rapsschrot und 300g Mineralstoffe und Vitamine.

19.Siloanlage

Die alte Siloanlage besteht aus drei Silos mit Wänden, diese Silos sind in den 70er Jahren in der DDR gebaut worden.
In jedem Silo können bei einer Befüllhöhe von 5 Metern ca. 2.500 t Silage gelagert werden.

Die neue Siloanlage ist im Jahre 2006 neu gebaut worden, sie besteht aus 1 ha Asphalt (10.000 m²). Auf dieser Fläche können
bei einer Silohöhe von 5 Metern ca. 7.500 t Silage gelagert werden.

20.Getreidetrocknung

In diesem Bereich ist die Nutzung von Wärme aus der Biogasanlage zur Trocknung von Getreide geplant! Im Jahre 2007
soll ein Wärmetauscher, Trockner und ein Getreidesilo gebaut werden.




Geschichte Gut Kerkow

Der Ort Kerkow wurde im 16. Jahrhundert erstmalig erwähnt. Zu dieser Zeit waren es die "Ritter derer von Kerkow",
die sehr gerne feierten und hierbei auch dem Alkohol nicht abgeneigt waren .
Die "Ritter derer von Kerkow" sind als sehr verwegen und brutal in die Geschichte eingegangen. Bei einem Kartenspiel
im Alkoholrausch soll in späteren Jahren das Gut Kerkow an die Adels-Familie"Lynar Reedern" verloren worden sein.
Die Familie "Lynar Reedern" entstammt dem Stand der Grafen.

Über die Jahrhunderwende ins 20. Jahrhundert wurde das Schloss in Görlsdorf wie auch der Gutshof in Kerkow neu gebaut.
Der Gutshof in Kerkow sollte von einem Sohn des Grafen Lynar Reedern bewirtschaftet werden, dieser fiel
aber im 1. Weltkrieg, so dass die Familie Sieg das Gut Kerkow als Pachtbetrieb bewirtschaftete.

Das Gut Kerkow besaß zur Zeit um 1930 insgesamt 24 Pferdegespanne. Diese wurden vorwiegend auf dem Acker
zur Bearbeitung der ca. 500 ha genutzt. Zu dieser Zeit wurde Getreide (Hafer, Roggen, Weizen), Kartoffeln und Futter
für die Kühe und Schafe angebaut. Der Viehbestand wies sich neben den Pferden durch eine Merinoschafzucht aus.
Das Gut Kerkow züchtete einige der besten Schafböcke. Zur Hochzeit waren über 300 Mutterschafe in den Ställen.
Weiterhin wurde in den späteren Jahren die Viehhaltung mit Milchkühen erweitert und auf einen Bestand von über
100 Kühen angehoben. Zu dieser Zeit war Herr Georg Sieg der Pächter von Gut Kerkow und hat im Sinne
der Familie "Lynar Reedern" und der Arbeiter von Gut Kerkow den Betrieb in diese Blütezeit gebracht.

Nach dem zweiten Weltkrieg musste sowohl die Familie "Lynar Reedern" wie auch die Familie Sieg flüchten.
Das Schloss in Görlsdorf wurde in Brand gesteckt und brannte bis auf die Grundmauern nieder.
Das Gut Kerkow wurde enteignet und als Volkseigenes Gut (VEG) in der DDR weitergeführt.
In den Jahren 1945 bis 1990 wurde das Gut entscheidend durch Gutsdirektor Herrn Labs(Papa Labs) geprägt.
Herr Labs war als sehr hart, aber gerecht bekannt. In diesen Jahren waren teilweise über 130 Personen
auf Gut Kerkow beschäftigt. Das Gutshaus diente sowohl der Verwaltung wie auch als Lehrlingswohnheim.
Die Pferde wurden durch Landmaschinen ausgetauscht. Die Milchproduktion wurde weiter betrieben, aber der Beruf
des Melkers hatte ein sehr geringes Ansehen und auch die Futtergrundlage war für entsprechende Milchleistungen
nicht gegeben, anders bei der Schafzucht. Der Merinofleischschafbestand blühte unter der Aufsicht
des Schäfers Wilhelm Stendel zu einem der besten Schafzuchtbetriebe der DDR auf. Im "Bockstall" wurden
die Siegerböcke von vielen Schauen in der DDR herangezogen. Der Schäfer Stendel aus Kerkow war in der
gesamten DDR als Fachmann angesehen.

Über die Wende 1989/90 hinweg wurde das VEG Kerkow Eigentum der Bundesrepublik Deutschland.
Es sollte daraufhin von der Treuhand privatisiert werden. Am 08.Januar 1993 haben drei junge "Rheinländer"
Stephan Jacobs, Barbara Thiel und Johannes Niedeggen das Gut Kerkow erstmalig besichtigt. Der Kontakt zum
Gutsdirektor Herrn Manfred Diescher wurde durch den Berater des "Alteigentümers" Herrn Oevermann hergestellt.
In den folgenden Monaten wurden, zusammen mit dem Fürsten Albert zu Öttingen aus Öttingen in Bayern,
die Verhandlungen mit der Treuhand geführt. In dieser Zeit wurden wir sicherlich von vielen wegen unserer Naivität
belächelt, aber mit Hilfe unseres Rechtsanwaltes Herrn Dr. Hille haben wir alle Tiefen der Treuhand überstanden.
Wir drei verfügten über einen Studienabschluss, hatten zu dieser Zeit aber keinerlei Erfahrung in der Führung eines
Landwirtschaftsbetriebes. Am 15. März 1993 haben wir als Jacob/Thiel GbR und Johannes Niedeggen die Flächen
des Gut Kerkow in Bewirtschaftung übernommen. Ebenfalls haben wir zu diesem Stichtag das lebende und tote Inventar
übernommen. Zum lebenden Inventar gehörten auch 350 lammende Mutterschafe, diese sollten von dem letzten Schäfer
Ulf Ulfukowski übernommen werden. Da er es sich aber doch noch kurzfristig überlegte, sind wir auch noch Schafzüchter
geworden. Dies war die Zeit wo wir unseren Lohnunternehmer Hans Joachim Jänicke kennenlernten. Ihm haben wir zu
danken, dass wir in den folgenden Jahren, dass heißt bis heute den Ackerbau im Griff haben. Herr Jänicke hat sich mit
der alten DDR Technik selbstständig gemacht, um dann mit hohem persönlichem Risiko in neue Technik zu investieren.
Der Kaufvertrag mit dem Gut Kerkow wurde am 03. Mai 1994 geschlossen, leider wurde auf Seiten der Treuhand
übersehen, dass die Gut Kerkow Agrar GmbH am 30. April 1994 schon in Liquidation gegangen ist. Somit hatten wir noch
weitere zwei Jahre mit diesem Kaufvertrag und dem West-Liquidator zu tun. Aber dank Einsatz und Hilfe aller
haben wir auch diese Zeit überstanden. Hier möchte ich mich sowohl bei der Gemeinde Kerkow,
besonders dem Bürgermeister Herrn Bernd Winkler, wie auch bei dem Landwirtschaftsamt in Angermünde,
besonders dem Amtsleiter Herrn Dietmar Schulze, bedanken. Wir wurden vor Ort immer sehr positiv empfangen.

Der Aufbau des landwirtschaftlichen Betriebes Gut Kerkow ging im Jahre 1993 mit großen Schritten voran.
Der Betrieb wurde ohne Mitarbeiter und ohne Rinder übernommen. Dies war eine große Herausforderung.
Es wurden die ersten tragenden Rinder im Sommer 1993 zugekauft und die ersten Mitarbeiter angestellt.
Der Milchviehstall wurde umgebaut und mit einem modernen Melkstand ausgestattet. Am 28. Oktober 1993 wurden
48 Milchkühe aus Schleswig Holstein zugekauft und erstmalig wurde im neuen Melkstand gemolken. In der Folgezeit
wurde der Kuhbestand auf 240 Milchkühe aufgestockt, um die Milchquote in Höhe von 1,4 Mio kg Milch erzeugen.

Im Jahre 1994 ist der Grundstein für die Aberdeen Angus-Zucht auf Gut Kerkow mit dem Zukauf
des Altbullen Lord Lancer gelegt worden. Ebenfalls wurden 25 reinrassige Aberdeen Anguskühe aus Dänemark importiert.
Die Herde wurde über die Jahre auf 100 Angusmutterkühe aufgebaut, diese Tiere laufen das ganze Jahr auf unseren
Wiesen beim Informationszenrtum Blumenberger Mühle am Rande des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin.

Im Jahre 1995 wurden landwirtschaftliche Flächen von der evangelischen Gemeinde Angermünde und dem Gestüt Görlsdorf
zugepachtet. Seither werden vom Gut Kerkow ca. 710 ha landwirtschaftliche Nutzfläche (Ackerland und Grünfläche)
bewirtschaftet.

Im Jahre 1996 wurde der Umbau des Gutshauses in Angriff genommen. Hier war eine Grundrenovierung im Bereich
Fenster und Türen sowie Heizung und Elektro nötig. Ab 1997 wurde ein Teil des Gutshauses privat genutzt und es sind
auch die ersten Ferienzimmer vermietet worden. Somit war der Gewerbebetrieb Gut Kerkow gegründet . Im Rahmen
dieses Gewerbebetriebes wurde dann auch die Direktvermarktung im alten Getreidespeicher aufgebaut.
Es wurden ab August 1997 Fleisch und Wurst im Bauernmarkt Gut Kerkow durch Frau Carmen Götzl vermarktet.
In den Jahren 1998/99 wurde der Offenstall für Mastvieh neugebaut und die angrenzenden Ställe mit dem alten Getreidespeicher
zur Fleischerei mit Bauernmarkt und Gaststätte Speicherstube umgebaut. Diese Jahre waren durch die Problematik
Denkmalschutz, Brandschutz, Hygiene und gewünschten Ausbau geprägt. Hier haben wir oft scheinbar unlösbare
Probleme überwunden, aber auch die Verwaltung hatte so ihre Sorgen mit den Bauern von Gut Kerkow.

Auf Grund von privaten und auch wirtschaftlichen Problemen wird das Gut Kerkow seit dem 01. März 2001 allein durch mich ,
Johannes Niedeggen, bewirtschaftet. Im Dezember 2001 konnten dann auch ca. 180 ha Ackerland von der BWG
gekauft werden. In diesen Jahren hat sich der Zusammenhalt der Familie Niedeggen bewiesen. Besonders meine Mutter
Marita Niedeggen wie auch meine Schwester Hildegard Niedeggen haben mir in dieser schweren Zeit finanziell so
geholfen, dass es auf Gut Kerkow weitergehen konnte.

In den folgenden Jahren wurde stark die Zucht im Milchviehbereich intensiviert. Die Milchleistung wurde ab dem Jahre 2003
dank der Stallleiterin Anke Herbrechter auf ca. 10.000 kg Milch pro Kuh gesteigert und es kamen auch die ersten
Schauerfolge. Mit dem Zukauf der Bullenmutter Selinde (Jocko Besne Tochter aus Lukas) wurde Gut Kerkow
einer der führenden Zuchtbetriebe in Brandenburg. Ebenfalls wurde die Jungzüchterarbeit auf Gut Kerkow unterstützt.
Seit 2003 ist Gut Kerkow auch auf nationaler Ebene in Oldenburg durch Antonia Betker vertreten. Das Jahr 2004 war das
bisher erfolgreichste Schaujahr für Gut Kerkow.

Im Jahr 2003 musste nochmals im Bereich Direktvermarktung/Schlachtung investiert werden. Durch das nationale
Förderprogramm "Regionen Aktiv" und die finanzielle Unterstützung meines Bruders Gino Niedeggen konnte eine
"Registrierte Schlachtstätte" mit Wildannahme in den alten Ställen neu gebaut werden.
Seit dieser Zeit vermarkten wir Wild aus der Schorfheide unter dem Markennamen " Roter Keiler".

Im Jahre 2004 begann die Planung für den neuen Bereich Energieproduktion. Im Jahre 2005 wurde die Biogasanlage
mit 625 kW el. gebaut. In dieser Anlage werden täglich ca. 25 t Rindermist, 20 t Maissilage und 1 t Getreide verarbeitet.
Die Methanbakterien im Fermenter (3.500 m³) erzeugen hieraus ca. 8.000 m³ Biogas pro Tag, die im Jenbacher Motor
verbrannt werden und woraus mit einem Generator Strom erzeugt wird. Im Jahr werden auf Gut Kerkow ca. 5.000 MW
Strom erzeugt. Dies ist der Bedarf der Kleinstadt Angermünde für ihre 10.000 Einwohner. Die Wärme wird zum Heizen
der Gebäude auf dem Gutshof genutzt. Die Nutzung der Wärme zur Trocknung von landwirtschaftlichen Produkten und zur
Düngerproduktion ist für das Jahr 2007 geplant.

Im Jahr 2006 wurde die neue Siloanlage mit 1 ha (10.000 m²) Asphalt gebaut. Somit können jetzt auf Gut Kerkow ca. 15.000 t
Silage für die Rinder und die Biogasanlage gelagert werden!

Durch die Investitionen von ca. 5 Mio. € seit dem Jahre 1993 ist es gelungen, 22 Arbeitsplätze zu schaffen.

Johannes Niedeggen, 24.12.2006

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Inhaber: Johannes Niedeggen Erbengemeinschaft Daniela, Franziska und Maria Niedeggen,16278 Kerkow

Tel.: 03331/2629-0 Fax 03331/262939

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